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Im Februar 2005 | |
| Vorwort | ||
Schulprojekt der Max Born Realschule - Schüler helfen Arbeitslosen III - |
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An unserer Schule, so steht es auch in unserem Schulprogramm, wird immer wieder die Gewaltprävention, die Übernahme von Verantwortung und das Bekenntnis gegen jede Form von Extremismus hervorgehoben. Darin wird das Wollen, das Tun, das Seinlassen und das Nichttun, auch unter der Verpflich-tung, dass wir seit langem eine Schule ohne Rassismus sein wollen, als Er-ziehung zur Zivilcourage und Verantwortungsübernahme verstanden. Die Tatsache, dass in der letzten Zeit die Gewalt im Mittelpunkt des Medienin-teresses stand und steht und angeblich die Gewaltbereitschaft (Kernzelle soll die Schule sein!) als solches, in welcher Form auch immer, ständig zunimmt, habe ich versucht diesen Themenkomplex auch in einem Informatikunterricht zu behandeln und in Form eines Projektes durchzuführen und später im Inter-net präsentieren zu lassen. Kernpunkte der Diskussion über Gewaltursachen sind: zerrüttete Familienverhältnisse Anonymisierung infolge der Verstädterung Jugendarbeitslosigkeit und dadurch fehlende Perspektiven fehlende Erfolgserlebnisse in Ausbildung und Beruf Werteverfall der Gesellschaft falsche Vorbilder oder Medieneinflüsse Konsumverhalten aufgrund reißerischer Werbung allgemeine Gewaltorientierung in der Gesellschaft fehlendes Unrechtsbewusstsein Man kann unterstellen, dass Probleme der Arbeitslosigkeit bei den Betroffe-nen, besonders jugendliche Arbeitslose, auch in die Nähe zu Gewalt und Ge-waltbereitschaft führen können. Besonders die rechte Szene scheint nach wie vor jugendliche Arbeitslose anzuziehen. Es gibt pädagogische Auffassungen, dass am Ende einer Lernsequenz immer ein Produkt stehen sollte, mit dem sich der/die SchülerIn identifizieren kann, das einen hohen Wiedererkennungswert hat und auf das man stolz ist. Ich habe in vielen bisher durchgeführten Projekten den Eindruck gewonnen, dass meine langjährige Annahme gilt und auch die SchülerInnen dieser Lerngruppe ein solches Projekt schaffen werden. So ähnlich hatte ich das oben stehende schon in unserem ersten und zweiten Projekt: "Schüler helfen Arbeitslosen" formuliert, denn es hat sich seitdem nichts an der konkreten Situation der Arbeitslosigkeit geändert.. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit unter Leitung von Wolfgang Clement ist im Jahr 2003 an uns herangetreten und uns mit unserer Projektidee aus dem Jahre 2000/01 eingeladen, Mitglied in der Aktion "TeamArbeit für Deutschland" zu werden und mit der Aufforderung, das gleiche Projekt noch einmal durchzuführen. Nach einigem Zögern, einer Rücksprache mit meiner Schulleiterin und einigen KollegInnen, aber auch mit meinen Schülern und unter dem Eindruck der weiterhin zugenommenen Arbeitslosigkeit habe ich mich entschieden, das Projekt neu aufleben zu lassen. Den endgültigen Entschluss dazu lieferten mir allerdings die Signale der Bereitschaft meiner derzeitigen Schüler im Informatikschwerpunkt 9 - 2003/04. Ich plane nunmehr mit dem Informatikschwerpunkt Klasse 9/10 (2004/2005) wiederum langfristig Arbeitslose, Verabredung mit dem Arbeitsamt (wieder Herr Siegner), wieder mit dem Ratsvertreter (Friedhelm Sohn - Vorsitzender des Kinder- und Jugendausschusses der Stadt Dortmund, der auch selber mit zwei Projekten im Team ist) und nicht zuletzt mit der Begleitung durch die örtliche Presse, durch Schüler während der Unterrichtszeit grundlegende Computerkenntnisse (Word, Excel), den Umgang mit dem Internet und in der dritten Phase die Erstellung von HTML-Seiten mit dem Bewerbungsprofil der Arbeits-losen (Unterstützung von Bewerbungen) an die Arbeitslosen vermitteln zu lassen. Eine erneute, im Internet veröffentlichte Befragung soll wieder zur Informationsbeschaffung beitragen. Die Arbeitslosen, wieder wollen wir eher jugendliche Arbeitslose erreichen, werden uns an 2 Stunden in der Woche besuchen und im Projektzeitraum Gelegenheit haben, einmal vielleicht sich etwas höher zu qualifizieren und zum anderen ihre Probleme, Wünsche und Hoffnungen den Schülern trans-parent zu machen und auf Webseiten zu artikulieren und im Internet zu veröffentlichen. Für die Fachinhalte des reinen Informatikunterrichts stehen Textverarbei-tung, Bildbearbeitung, Internet-Recherche, HTML-Programmierung, Daten-transfer, Datenschutz, Informationsgewinn, Kommunikation, Gestaltung, Statistik und Grafikbearbeitung. Für den fächerübergreifenden Teil werde ich einige KollegInnen (beteiligte Fächer: Religion, Geschichte, Politik, SoWi) wiederum bitten, für die gleichzeitige Unterstützung in ihrem jeweiligen Unterricht zu sorgen. Projektbeginn: letzte Februarwoche 2005 Projektende: Herbstferien Für den Projektverlauf ist die Lerngruppe unter der e-mail-Adresse arbeitslos@mbr.do.nw.schule.de zu erreichen. Der Lernerfolg meiner Schüler dürfte neben den herkömmlichen Lernzielen der Schule, hier des Faches Informatik, auch in der Sozialisation der Ju-gendlichen, der Solidarität, dem Schauen über den eigenen Horizont und nicht zuletzt in der Bereitschaft zur Verantwortungsübernahme liegen. Im Sinne dieser Verantwortungsübernahme sollen sie lernen, später ihre eigenen Probleme meistern zu können und so auch ihre eigene Zukunfts-gestaltung dementsprechend einzurichten. Die Schüler lernen Probleme kennen, die so Schule nicht vermitteln kann. Die Schüler haben gerade erst ihr Schülerbetriebspraktikum absolviert (Januar 2005). Die dort gewonnenen Erfahrungen und Einsichten sollten ihre Berufswahlvorbereitungen leichter machen können und ihre endgültige Berufswahl auch aus den Erfahrungen während dieses Projekts treffen können. Von schulischer Seite betreiben wir insgesamt eine sehr intensive Berufs-wahlvorbereitung, die schon im achten Schuljahr beginnt. Sie ist fester Bestandteil unseres Schulprogramms. Bei den Arbeitslosen, die wir betreuen werden, wird hoffentlich wieder eine hohe Bereitschaft zur Beteiligung zu erkennen sein. Sie werden sicherlich froh sein an einem solchen Projekt teilnehmen zu können. Ihre Erfahrungen wer-den sie gerne und ohne Vorbehalte an die Schüler weiter geben, wie auch die Schüler, das zeigt die Erfahrung aus den beiden vergangenen Projekten, dass sie ohne Vorbehalte und sehr engagiert den Arbeitslosen entgegentre-ten werden. Zur unterstützenden Ausgestaltung unserer Arbeit habe ich wieder die glei--chen Projektpartner (ein Handwerksbetrieb, ein Bildungsinstitut, ein Inge-nieurbüro für Baustatik, eine weltweit tätige Business-Institution und einen Internetprovider) gewinnen können. Insbesondere sei hier die Gesellschaft für Bildung und Beruf erwähnt, die sich seit Jahren die Höherqualifizierung von in- und ausländischen, auch arbeitslosen Mitbürgern, zum Ziel setzt. Erfreulicherweise hat sich auch die Westfälische Rundschau, nicht nur als Berichterstatter, als Projektpartner zur Verfügung gestellt. Eine weitere Zusammenarbeit findet mit der Dortmunder Arbeitsagentur statt. Über die Job-Center 24 Aktion (deren gemeinschaftliche Initiative mit dem Sozialamt) will man uns jugendliche Arbeitslose vermitteln. Udo R. Pfeifer |
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